Umweltschutz ist nicht nur Naturschutz, sondern auch Klimaschutz

15. September 2021
Philipp Wiatschka MSc

Die Worte Klimawandel und Klimaschutz sind in den letzten Wochen in aller Munde. Die Waldbrände in Griechenland, Italien, Mazedonien, der Türkei bis hin nach Sibirien, die Hochwasserereignisse in Deutschland, der Türkei und in Österreich. Die vielen Starkregenereignisse mit Hagel, Hitze- und Dürre geschahen in den letzten Wochen direkt vor unserer Haustüre. All diese Ereignisse sind klare Zeichen des Klimawandels. Der erst kürzlich veröffentliche Weltklimabericht des IIASA zeichnet ein düsteres Bild für unsere Zukunft. Jeder von uns kann seinen persönlichen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Wir müssen daher mit dem Backen kleinerer Brötchen beginnen. Direkt vor unserer Haustüre. Auch als Vorbild für unsere Kinder und Kindeskinder müssen wir dieses Thema ernst nehmen.

Flächenfraß eindämmen - Umwelt schützen

Die Unwetter der letzten Monate haben das Ausmaß des unermüdlichen Flächenfraßes in Gmunden sichtbar gemacht. Als studierter und praktizierender Risiko- und Katastrophenmanager liegt mir die Raumplanung besonders am Herzen. Hier wird es in Zukunft für uns alle viel zu tun geben. Der Klimawandel beeinflusst jetzt schon das Leben in unseren Städten und Gemeinden. Klimaangepasstes Planen und Bauen wird daher immer wichtiger, um ein sicheres und lebenswertes Wohnen in Gmunden auch in Zukunft zu gewährleisten. Mehr Grünraum statt Beton ist hier mein Credo. Die Herausforderung ist, flächensparend zu bauen und dennoch Sicherheit, Lebensqualität und Artenvielfalt in Siedlungsbereichen auch bei zunehmender Hitze-, Dürre-, Starkregen- und Hochwasserereignissen zu gewährleisten.

Gmunden wassersensibel gestalten

Der richtige Umgang mit Wasser in unserer Stadt spielt eine entscheidende Rolle, um die Gefahren durch den Klimawandel abzumildern. Wasser muss in die Gestaltung unserer Stadt und deren Infrastrukturen integriert, zurückgehalten, verdunstet, gefahrlos abgeleitet und als Gestaltungselement genutzt werden. Dies bietet Chancen für Mensch und Natur gleichermaßen.  

Eine wassersensible Gestaltung von Siedlungs- und Freiflächen bietet vielzählige Synergien zur Verbesserung des Lokalklimas. Durch die Verdunstungskühlung von Bäumen, Wasserflächen, Vegetation und Böden, kann so eine deutliche Reduzierung der Temperaturen erreicht werden. Die Begrünung von Dächern und Fassaden unterstützt diese Kühlungseffekte. Um den oberirdischen Abfluss zu reduzieren, die Grundwasserneubildung zu fördern und dem Boden seine natürliche Funktion als Bestandteil des Wasserkreislaufs zurückzugeben, empfiehlt sich der Rückbau aller gering belasteten versiegelten Flächen, für deren Nutzung keine wasserundurchlässige Befestigung erforderlich ist. Hierfür bieten sich vor allem wenig genutzte Flächen oder überdimensionierte Verkehrsflächen an. Zusätzlich müssen Nuturjuwele und Parks nachhaltig geschützt werden.

Zum Schutz unser aller setze ich mich daher zukünftig dafür ein, dass in Gmunden das Wort Politik und Umweltschutz positiv behaftet werden.