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Reformjahr Bildung: Was jetzt in Oberösterreich ankommen muss

Eypeltauer: „PISA liefert die Diagnose, Christoph Wiederkehr liefert Reformen – jetzt muss Oberösterreich die neuen Möglichkeiten konsequent nutzen.“

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Mit dem neuen Bildungsjahr 2026/27 kommt Bewegung ins Bildungssystem. Schulen mit besonderen Herausforderungen bekommen zusätzliche Ressourcen, die Deutschförderung wird flexibler, Schulleitungen erhalten mehr Spielraum und Unterstützung, suspendierte Kinder und Jugendliche werden künftig verbindlich begleitet und die psychosoziale Unterstützung wird weiter ausgebaut.

Für NEOS-Landessprecher und Klubobmann Felix Eypeltauer ist entscheidend, was davon nun konkret an Oberösterreichs Schulen ankommt: „Wo NEOS Verantwortung übernehmen, kommt Bewegung ins Bildungssystem. Christoph Wiederkehr hat Reformen auf den Weg gebracht, die jetzt auch in Oberösterreich spürbar werden. Entscheidend ist aber nicht, welches Ministerium eine Reform beschließt, sondern ob sie am Ende bei den Kindern im Klassenzimmer ankommt.“

Dass Reformen notwendig sind, zeigen auch die aktuellen PISA-Ergebnisse: Österreich liegt zwar weiterhin über dem OECD- und EU-Schnitt, gleichzeitig sind die Leistungen beim Lesen und in Mathematik zurückgegangen. Für Eypeltauer ist deshalb klar: „PISA liefert die Diagnose, Christoph Wiederkehr liefert Reformen – und jetzt muss Oberösterreich liefern.“

59 Schulen bekommen gezielt mehr Unterstützung

Ein zentraler Schritt ist der neue Chancenbonus. Österreichweit erhalten 400 Volks- und Mittelschulen mit besonders herausfordernden sozialen Rahmenbedingungen zusätzliche Personalressourcen. 59 davon liegen in Oberösterreich, allein 24 in Linz und zwölf in Wels.

Welche Unterstützung gebraucht wird, können die Schulen stärker selbst bestimmen – etwa zusätzliche Lehrkräfte, Schulsozialarbeit oder Schulpsychologie.

„Das ist ein echter Systemwechsel: weg von der Gießkanne, hin zu Ressourcen nach Bedarf“, sagt Eypeltauer. „Ein Kind darf nicht schlechtere Chancen haben, nur weil seine Schule unter schwierigeren Bedingungen arbeitet. Und die Menschen, die ihre Schule am besten kennen, sollen selbst entscheiden können, welche Unterstützung dort am meisten bringt.“

Für NEOS OÖ muss das Land nun dafür sorgen, dass die benötigten Fachkräfte auch tatsächlich verfügbar sind und transparent wird, welche zusätzlichen Ressourcen an den einzelnen Standorten ankommen.

Deutsch lernen: klare Erwartungen, mehr Freiheit für Schulen

Auch bei der Deutschförderung ändert sich die Logik. Die bisher starre Verpflichtung, ab acht außerordentlichen Schüler:innen automatisch eine eigene Deutschförderklasse oder -gruppe einzurichten, fällt. Schulen erhalten mehr Freiheit, die Förderung an die konkrete Situation am Standort anzupassen. Mehr als die Hälfte der betroffenen Schulen setzt laut Bildungsdirektion künftig auf schulautonome Modelle.

Für NEOS gehören dabei Verbindlichkeit und Freiheit zusammen. „Deutsch öffnet Türen – im Klassenzimmer und weit darüber hinaus. Wer Unterstützung braucht, muss sie bekommen. Gleichzeitig müssen wir den Pädagoginnen und Pädagogen zutrauen, selbst zu entscheiden, welches Fördermodell für ihre Kinder am besten funktioniert“, so Eypeltauer.

Wie groß der Bedarf ist, hat bereits die diesjährige Sommerschule gezeigt: 7.955 Kinder und Jugendliche nahmen in Oberösterreich teil. 2.397 von ihnen waren aufgrund zu geringer Deutschkenntnisse erstmals zur Teilnahme verpflichtet. Unterrichtet wurde von 878 Lehrkräften an 130 Standorten. Die Sommerschule ist damit in OÖ so gefragt wie nie zuvor.

Mehr Zeit für Bildung, weniger Zeit für Bürokratie

Mehr Autonomie funktioniert nur dann, wenn Schulen auch die Zeit und das Personal haben, sie zu nutzen. Deshalb werden Schulleitungen mit dem neuen Mittleren Management bei organisatorischen und pädagogischen Führungsaufgaben unterstützt.

Gleichzeitig setzt „Freiraum Schule“ beim Verwaltungsaufwand an. Rund 80 Prozent der bisherigen Rundschreiben wurden gestrichen oder neu geordnet, mit „Teachers.Direct“ werden Kommunikationswege zwischen Lehrpersonal und Bildungsverwaltung vereinfacht.

Für Eypeltauer ist damit aber auch das Land gefordert: „Wenn der Bund Regeln streicht und Schulen mehr Freiraum gibt, darf Oberösterreich diese Freiräume nicht durch eigene Bürokratie wieder auffüllen.“ NEOS OÖ fordert deshalb einen Entlastungscheck für die oberösterreichische Bildungsverwaltung: Welche Berichts-, Dokumentations- und Verwaltungspflichten können vereinfacht oder gestrichen werden?

Klare Regeln – aber kein Kind abschreiben

Besonders deutlich ist der Reformbedarf bei Suspendierungen. 587 Schüler:innen wurden im vergangenen Schuljahr in Oberösterreich suspendiert. Im Fünfjahresvergleich hat sich die Zahl annähernd verdreifacht.

Ab diesem Schuljahr werden suspendierte Kinder und Jugendliche verbindlich begleitet. Vorgesehen sind individuelle Förderpläne, Unterricht, psychosoziale Unterstützung und die Einbindung der Eltern.

„Wer andere gefährdet oder massiv gegen Regeln verstößt, braucht klare Konsequenzen“, sagt Eypeltauer. „Aber ein Schulausschluss auf Zeit darf nicht bedeuten, dass ein Kind im Park oder Einkaufszentrum landet und danach mit denselben Problemen zurückkommt.“

Parallel wird die Unterstützung an den Schulen ausgebaut. Oberösterreich verfügte im März 2026 über 46 Planstellen in der Schulpsychologie, gegenüber 24 Ende 2024. Dazu entstehen erstmals eigene Bundesplanstellen für Schulsozialarbeit. Auch bei drohendem Bildungsabbruch wird früher angesetzt: Ab der 9. Schulstufe werden in bestimmten Fällen verpflichtende Perspektivengespräche eingeführt.

„Eine Lehrerin kann nicht gleichzeitig Lehrerin, Psychologin, Sozialarbeiterin und Krisenmanagerin sein. Pädagog:innen brauchen die richtigen Profis an ihrer Seite, damit Lernen wieder im Mittelpunkt stehen kann“, betont Eypeltauer.

Bildung beginnt nicht erst mit der Volksschule

Die aktuellen PISA-Ergebnisse machen auch deutlich, dass Probleme bei Sprache, Konzentration oder Grundkompetenzen nicht erst im Teenageralter entstehen. Für NEOS ist deshalb klar: Der Kindergarten ist die erste Bildungseinrichtung und nicht bloß Betreuung.

Der neue bundesweite Qualitätsrahmen für die Elementarpädagogik stärkt frühe Sprachförderung, Vorlesen, Schreiben, Kreativität und Konzentration. Gerade hier trägt Oberösterreich selbst besondere Verantwortung – bei Qualität, Personal, Betreuungsschlüsseln, Öffnungszeiten und früher Förderung.

„Wenn uns PISA bei 15-Jährigen Probleme beim Lesen zeigt, kann die politische Antwort nicht erst mit der Volksschule beginnen“, sagt Eypeltauer. „Die entscheidenden Bildungsjahre starten viel früher. Oberösterreich muss den Kindergarten konsequent als erste Bildungseinrichtung behandeln – mit hoher Qualität, ausreichend Personal und früher Förderung.“

Jetzt muss Oberösterreich die neuen Spielräume nutzen

Für NEOS OÖ ist das Reformjahr deshalb auch ein klarer Auftrag an das Land: Die 59 Chancenbonus-Schulen müssen die Fachkräfte bekommen, die sie brauchen. Die neue Freiheit bei der Deutschförderung muss genutzt und ihre Wirkung transparent gemacht werden. Bürokratie muss auch auf Landesebene sinken, psychosoziale Unterstützung tatsächlich verfügbar sein und der Kindergarten konsequent als erste Bildungseinrichtung weiterentwickelt werden.

„Mit diesem Bildungsjahr verändert sich mehr als einzelne Vorschriften“, so Eypeltauer. „Unser Maßstab ist einfach: Haben Kinder dadurch bessere Chancen als vorher? Die Reformen schaffen dafür neue Möglichkeiten. Jetzt liegt es an Oberösterreich, sie konsequent zu nutzen.“

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