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Weniger Mythen, mehr Zukunft

„Niemand streicht Latein. Wir schaffen Platz für das, was Kinder und Jugendliche heute wirklich brauchen.“

Felix Eypeltauer
Felix Eypeltauer
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© Oliver Schütz

Latein bleibt – KI, Medien- und Demokratiebildung kommen dazu

Im Zuge der aktuellen Debatte rund um die AHS-Lehrpläne wird eines deutlich: Es kursieren zahlreiche Fehlannahmen – allen voran die Behauptung, Latein werde „abgeschafft“ oder ein „Traditionsverlust“ drohe. Das stimmt nicht. Bildungsminister Christoph Wiederkehr plant keine Streichung, sondern eine Anpassung der Latein-Wochenstunden – damit mehr Raum für Informatik, für den kompetenten Umgang mit Künstlicher Intelligenz sowie für Demokratie- und Medienbildung entsteht. „Es ist schlicht falsch, wenn so getan wird, als würde Latein aus den AHS verschwinden“, betont NEOS-Landessprecher Felix Eypeltauer, dem eine weitere Klarstellung wichtig ist: „Es geht nicht um ein eigenes KI-Fach, sondern darum, informatische Grundkompetenzen zu stärken – und KI als Thema in allen Fächern reflektiert zu behandeln“, so Eypeltauer. „Genau das ist zeitgemäße Allgemeinbildung.“

Dass eine Kürzung der Latein-Wochenstunden den völligen „Traditionsverlust“ bedeuten soll, ist für Eypeltauer nicht nachvollziehbar: „Latein ist und bleibt ein wichtiger Pfeiler humanistischer Bildung. Ich habe selbst in der Schule Latein gelernt und im Jus-Studium darauf zurückgegriffen. Aber genau deshalb irritiert mich die Dramatisierung: Wenn der Latein-Unterricht adaptiert wird, kippt nicht der Humanismus. Humanistische Bildung ist mehr als ein Stundenkonto – sie lebt davon, junge Menschen zu freien, selbstbestimmten Persönlichkeiten zu bilden, die ihre Welt verstehen und vernunftgeleitet gestalten.“ Und wer genau hinschaut, sieht auch: In Summe wird es weiterhin mehr Lateinstunden geben als Informatik-, KI- und Medienbildung zusammen.

Latein bleibt – Humanismus braucht zusätzliche Werkzeuge

„Natürlich schult Latein den Geist, und das hat seinen Wert. Kritikfähigkeit ist ein Kern humanistischer Bildung – und der ‚Kampf um die Wahrheit‘ findet heute im digitalen Raum statt“, betont Eypeltauer. Deswegen brauche es zusätzlich Medienbildung, Demokratiebildung und starke informatische Grundkompetenzen als zeitgemäße Fortsetzung dieser Geistesschulung. „Wer ernsthaft will, dass Jugendliche selbstbestimmt bleiben, muss ihnen Medien- und Digitalkompetenz systematisch vermitteln – nicht nebenbei“, so Eypeltauer, der die Pläne von Bundesminister Wiederkehr vollinhaltlich unterstützt: Informatik stärken, KI verantwortungsvoll in den Unterricht integrieren, Medien- und Demokratiekompetenz verbindlich verankern – und das alles, ohne Latein abzuschaffen.

Mehr Inhalt geht nur mit mehr Platz

Ein weiterer Punkt sei in der Debatte weitgehend ausgeblendet worden: Man könne nicht ständig neue Anforderungen in Lehrpläne schreiben, ohne Platz zu schaffen. „Wenn wir Informatik, Medien- und Demokratiebildung ernst nehmen, dann müssen wir auch ehrlich sein: Das geht nicht zusätzlich obendrauf. Lehrpläne sind kein Wunschzettel, sie sind Unterrichtsrealität.“ Das nimmt Eypeltauer auch zum Anlass, die von LH-Stv. Christine Haberlander betonte Idee eines „Sowohl-als-auch“ aufzugreifen: „Ich verstehe den Wunsch sehr gut, möglichst vieles gleichzeitig zu stärken – Latein, Sprachen, neue digitale Kompetenzen und Demokratiebildung. Aber genau deshalb braucht es eine ehrliche Antwort auf die Praxisfrage: Wie soll dieses Sowohl-als-auch gelingen, ohne dass Unterricht überfrachtet wird oder Qualität leidet? Wer zusätzliche Kompetenzen will, muss auch sagen, wo dafür Zeit herkommen soll. Diese Ehrlichkeit schulden wir Schüler:innen, Eltern und Lehrkräften.“

Klarstellung: Was jetzt wirklich gilt

Damit die Diskussion wieder auf Fakten basiert, stellt NEOS-Landessprecher Felix Eypeltauer die wichtigsten Punkte klar:

  • Latein wird nicht gestrichen. Es bleibt Teil der AHS-Lehrpläne.
  • Es geht um eine Anpassung von 4 auf 3 Wochenstunden – nicht um Abschaffung.
  • Humanistische Bildung wird nicht beendet, sondern breiter verstanden: Kritikfähigkeit, Orientierung und Verantwortung müssen heute auch digital gelernt werden.
  • Es geht nicht um ein eigenes KI-Fach, sondern um stärkere informatische Grundkompetenzen und eine verantwortungsvolle KI-Reflexion in allen Fächern.
  • Mehr Medien-/Demokratie- und Digitalkompetenz braucht Zeit im Stundenplan – diese entsteht nur, wenn man an anderer Stelle entrümpelt.
  • „Sowohl-als-auch“ ohne Prioritäten bedeutet Überladen, mehr Druck und weniger Qualität im Unterricht.
  • Latein bleibt wertvoll, aber es ersetzt nicht demokratische Praxis, Medienkompetenz oder informatische Grundbildung.
  • Schulische Bildung muss Gegenwart können: Wer Jugendliche stärken will, muss sie gegen Desinformation, Manipulation und digitale Abhängigkeiten wappnen.

„Wir räumen mit Mythen auf – und schaffen Platz für die Schule von morgen“, so Eypeltauer, der abschließend nochmals betont: „Latein bleibt. Aber unsere Kinder verdienen zusätzlich das Rüstzeug, um sich in einer digitalen Welt frei, kritisch und demokratisch zurechtzufinden.“

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