wissenschaftliche Community reagiert bundesweit mit Verwunderung

Technische Universität Oberösterreich: Hochschulpolitik aus dem ÖVP-Wahlkampfbüro

31. August 2020

"Die angekündigte TU in Linz ist ein einziges Wahlzuckerl", so NEOS OÖ Landessprecher und Nationalrat Felix Eypeltauer. Statt bestehende Stärken an JKU und in Hagenberg auszubauen und dort zu investieren, zerspragelt und schwächt dieses kurzsichtige ÖVP-Wahlkampfprojekt den Standort.  

„Forschung und Lehre im Bereich Digitalisierung in Oberösterreich stärken? Ja bitte! Dafür öffentlichkeitswirksam eine neue Uni aus dem Boden stampfen, statt bestehende Exzellenz weiterzuentwickeln? Nein danke! Es ist unfassbar kleinkariert“, sagt oberösterreichische NEOS-Landessprecher und Nationalrat Felix Eypeltauer in Reaktion auf die Ankündigung des Bundeskanzlers, Linz „zufällig“ im Jahr vor der oberösterreichischen Landtagswahl eine Uni schenken zu wollen. „Es braucht endlich einen Gesamthochschulplan für Österreich und kein Klein-Klein. Österreich hat erst einmal nicht das Problem, dass es zu wenig Unis hat, sondern dass die nicht gut abgestimmt sind.“

Besonders ärgerlich findet Eypeltauer, dass wieder einmal alles top-down entschieden wurde. „Es ist unerträglich, dass sich Kurz und Stelzer im stillen Kämmerlein hier irgendetwas ausmachen und über die Rektoren drüberfahren, ohne Expertinnen und Experten einzubinden. Normalerweise erhebt ein Expertenrat, zum Beispiel der Wissenschaftsrat, in welchem Feld es genau welchen Bedarf und welches Potential gibt, und gibt dann eine Empfehlung ab – das wäre eine vernünftige Vorgangsweise. Aber Kurz setzt stattdessen auf Brot und Spiele und puren Populismus.“

So erklärt sich der NEOS-Landesprecher den Schritt der Volkspartei: „Wie schon bei der MedUni entdeckt die ÖVP wieder just knapp vor der Landtagswahl kurz einmal ihr Herz für Bildung. Eine verantwortungsvolle Bildungs- und Wissenschaftspolitik verteilt aber keine Wahlzuckerln, sondern würde die bestehenden Unis stärken und dort investieren, Bestehendes verdichten, Synergien bilden, größere Einheiten und so auch mehr Angebot und Qualität schaffen – all das erreichen wir nicht, wenn wir einfach noch undurchdacht eine Uni gründen. Das macht sowohl aus bildungspolitischer, als auch aus standortpolitischer Sicht null Sinn.“