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Warum wir nicht allen Lambacher_innen die Hand schütteln können

11.09.2015 Johann Fuchs

Es ist ein gemütlicher Abend und plötzlich läutet es an der Haustür. Wer stört? Nein, es sind nicht die Zeugen Jehovas, sondern ein breit grinsender Bürgermeisterkandidat oder die Bürgermeisterin höchstpersönlich! Das ist derzeit Normalität in vielen Gemeinden – so auch in Lambach. Warum sind dies meist nicht die NEOS?

Nun, auch wir würden uns gerne bei jeder Wählerin und jedem Wähler persönlich vorstellen. Gerade als Bürgerbewegung ist es uns ein großes Anliegen, die Politik näher zu den Bürgern zu bringen. Warum haben wir dann noch nicht mehr Türklinken poliert? Zum Einen liegt es daran, dass wir keine so schönen Schnapskarten wie die SPÖ zum Verteilen haben, bei der die Rückseite der Bürgermeisterkandidat der SPÖ ziert und dabei Assoziationen zum Herz König hervorruft. Ähnliche Assoziationen würde wohl auch die Frau Bürgermeister der ÖVP mit einer Spielkarte hervorrufen, weshalb sie wohl genauso wenig wie wir NEOS solche Spielkarten verteilen. Die Gewohnheitsparteien haben auch sehr viel zu verteilen, immerhin streifen sie jährlich etwa 20 Euro je wahlberechtigtem Bürger Parteienförderung in Oberösterreich ein. Die Wahlgeschenke hat also der Beschenkte schon längst mehrfach bezahlt!

Hauptsächlich liegt es aber daran, dass wir Lambacher NEOS allesamt im besten Alter stehen, kleine Kinder groß ziehen und einem fordernden Brotberuf nachgehen. Da bleibt leider nur wenig Zeit für Politik, die wir zum großen Teil damit verbringen, uns Gedanken zu machen, wie wir Lambach familienfreundlicher und interessanter für Wirtschaftstreibende gestalten können. Wir sind Fachleute aus der Wirtschaft, mit Erfahrung in Projektmanagement, Kostenrechnung und Controlling. Die Fachleute im Händeschütteln sitzen in den anderen Parteien.

Auch wir werden versuchen, noch mit so vielen Menschen wie möglich in Kontakt zu treten und unsere Vorstellung der Gemeindepolitik zu präsentieren. Natürlich ist auch jeder, zu dem wir es leider nicht mehr schaffen, herzlich eingeladen uns zu kontaktieren. Im Gegensatz zu manch anderen Parteien, wo Bürgerbeteiligung draufsteht, aber ein riesiger Parteiapparat samt Klientelpolitik drin ist, nehmen wir die Meinung der Bürger_innen wirklich ernst.

Als Bürgermeisterkandidat möchte ich aber auch bewusst aufzeigen, dass es nicht Kernkompetenz eines Bürgermeisters sein sollte, Hände zu schütteln und einen Gehsteig zu eröffnen, sondern die Wirtschafts-, Finanz- und Sozialkompetenz als Chef eines Mittelbetriebes namens Gemeinde in den Mittelpunkt gerückt werden sollten. Dass dies in mancher Stadt oder Gemeinde nicht der Fall ist, zeigen beispielsweise die SWAP-Affäre in Linz oder das totale Kontrollversagen beim Welldorado in  Wels. NEOS – Kompetenz aus der Mitte der Gesellschaft. Gesunde Finanzen – familienfreundliche Gemeinde!