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Und wieder regiert das Patriarchat

08.10.2015 Judith Raab

Oberösterreich hat gewählt. Wenn jetzt die Regierungssitze vergeben werden, dann sind die Männer wieder unter sich? Verliert die ÖVP tatsächlich 2 Mandate in der Regierung, muss mit Sicherheit Frau Hummer ihren Platz für einen Mann frei machen. SPÖ, FPÖ und leider auch die Grünen schicken vermutlich auch nur Männer in die Regierung.

40% der Frauen in Oberösterreich haben ÖVP gewählt. Jede bekommt das, was sie sich auserwählt hat. Da hilft kein Grummeln aus Frauenkreisen am Tag nach der Wahl. Dieses System ist altbekannt, wir wissen wie es tickt, das sind keine Überraschungen. Vor allem in Krisenzeiten, wenn es knapp wird, schließen die Männer ihre Reihen wieder sehr eng.

Haben wir den Mut, sprechen wir die Dinge klar an und geben wir ihnen einen Namen. Es gibt nicht „die Politik“, dahinter stehen immer konkrete Menschen, die handeln.
Ich war einige Jahre bei der ÖVP, kenne daher diese Muster ganz gut. Schätze dort auch viele Menschen sehr, aber das System ist rein männlich dominiert. Frauen müssen deren Spiele brav und lieb mitspielen, dann gibt man ihnen auch mal ein bisserl Verantwortung – sofern sie folgsam das Lied mitsingen. Die SPÖ kenne ich nur vom Erzählen und Zeitungslesen. Sie hat eine Quote und wir haben alle mitverfolgt, dass sie wirkungslos ist, sobald das große Sesselrücken beginnt.

Es ist eine Frage der Kultur, wie man die Vielfalt der Gesellschaft auch politisch abbildet. Die bestehende politische Kultur ist viele, viele Jahrzehnte alt. Das hat natürlich Vorteile, aber eben auch bestimmte Hemmnisse. Unser Bundesland ist mit der aktuellen Entwicklung gesellschaftspolitisch zurück in graue Vorzeiten geworfen, in denen Frauen noch keinen Platz einnehmen durften. Nur schreiben wir heute verdammt nochmal das Jahr 2015!

Der Schlüssel zu einer modernen Gesellschaft liegt in unserer Kompetenz als Gesellschaft mit Veränderungen und Diversität umzugehen. Vielfalt? Veränderung? Unsere Regierung in Oberösterreich pfeift drauf. Sie ist in einer Krise. Da schützen die alten Männer in ihren grauen Anzügen noch stärker ihren Kreis. Da fliegen Frauen schon mal rechts und links raus. Da wirken nur noch tradierte Muster und Reflexe.

Das ist mit ein Grund, warum ich mich bei NEOS sofort wohl gefühlt habe: Frauen sind hier nicht milde lächelnd geduldet oder dienen als charmante Deko bei Events, sondern sind erwünscht und selbstverständlich. Nur modern denkende Männer bekennen sich offen zu einer neuen, liberalen Bürgerbewegung (Macho und Drüberfahren geht da genauso wenig wie blöde Witze über Frauen nach 3 Gläsern Bier). Jede zweite Landes-Chefin bei NEOS ist eine Frau. In allen Spitzenfunktionen findet man Frauen und Männer gleichermaßen, Spitzenkandidatinnen sind Frauen. Ja, auch wir haben die Herausforderung, in der Menge Frauen für die Politik gewinnen zu können. Aber die Führung liegt gleichermaßen in den Händen beider Geschlechter, nur eben ohne Zwang, sondern aus einem demokratiepolitischen Selbstverständnis heraus.

Judith Raab, Landessprecherin OÖ