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Schluss mit dem Lehrerbashing!

13.05.2015 Judith Raab

„Lernen bedeutet nicht, Fässer zu füllen, sondern Fackeln zu entzünden.“ Diesen klugen Satz hat der griechische Philosoph Heraklit vor rund 2000 Jahren gesagt. Lehrerinnen und Lehrer müssen ein inneres Feuer verspüren, und von ihrer eigenen Begeisterung hängt es ab, ob der Funke der Wissbegierde auf unsere Kinder überspringt oder nicht. Lehrerin und Lehrer zu sein ist der wichtigste Beruf in unserer Gesellschaft.

Und trotzdem wird ständig auf diesen Berufsstand eingeprügelt. Zuviel Urlaub hätten sie, die bösen Lehrer, zu wenig Stunden seien sie in der Schule, ein Beruf für Faulpelze, hört man immer wieder. Das Gegenteil ist wahr. Schüler gut zu unterreichten, erfordert ein enormes Maß an Leidenschaft, Wissen und Einsatz. Das hat am Montagabend auch der Bildungsexperte Dr. Thomas Schlager-Weidinger von der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz bei seinem Vortrag bei uns in der Neosphäre betont.
„Lehrer zu sein ist ein heiliges Privileg und eine großartige Verantwortung, die der ursprünglichen Berufung eines Menschen wohl am nächsten kommt“, zitierte er den Theologen und Religionspädagogen Thomas Groome. „Ein Pädagoge zu sein bedeutet, sich auf heiligem Boden zu befinden – auf dem Boden des Lebens von jungen Menschen.“

Man mag zur ‚Heiligkeit‘ stehen wie man will, fest steht, dass die Lehrberufe durch gezielte Imagearbeit im Bewusstsein der Bevölkerung aufgewertet werden müssen. Das dauernde Lehrerbashing muss ein Ende haben, man muss den Lehrerinnen und Lehrern öffentlich den Rücken stärken. Denn nicht Strukturen und Methoden, sondern in erster Linie die Lehrer_innen selbst mit ihren Persönlichkeiten und ihrem Idealismus sind entscheidend für die Qualität der Bildung.

Nach jahrzehntelangen politischen Lagerkämpfen ist das heimische Bildungssystem heute leider dominiert von politischem Postenschacher und den ewig gleichen ideologischen Machtkämpfen zwischen Rot und Schwarz, die keiner von beiden jemals gewinnen wird können. Daher fehlt ÖVP und SPÖ einfach der Blick auf das große Ganze. Schulautonomie ist langfristig der einzige Weg aus der bildungspolitischen Sackgasse. Bildungseinrichtungen müssen parteipolitischer Bevormundung entzogen werden. Autonome Schulen können eigenständig neue Wege gehen und schnell, flexibel und realitätsnah agieren.

Wir wollen keine pädagogischen Maschinisten.Wir wollen eigenständige, starke Lehrerinnen und Lehrer. Zum Wohl unserer Kinder.