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PEGIDA und Regierung: Hört endlich auf zu verurteilen. Fangt an, Probleme zu lösen!

21.02.2015 Thomas Madler

PEGIDA-Anhänger_Innen sind eine vielschichtige Gruppe. Nimmt man sich die Zeit, mit den Leuten zu diskutieren, so findet man ganz unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Motiven und Problemen.

Manche machen sich Sorgen um ihre Kinder. Sie erzählen beängstigende Geschichten über Mobbing in der Schule, im Schulbus und am Spielplatz. Geschichten darüber, dass ihre Kinder in der Schule zu wenig lernen, da die Lehrer_Innen aufgrund der schlechten Sprachkenntnisse vieler Schüler_Innen nicht weiterkommen. Sie sind nicht grundsätzlich ausländerfeindlich, aber leben in einer Umgebung, in der sie Angst um ihr Zusammenleben und um ihre Kinder haben.

Viele Anhänger_Innen von PEGIDA sind aber einfach hartherzig und ausländerfeindlich. Auch wenn PEGIDA selbst das nicht eingesteht und offiziell noch so gemäßigt und vernünftig klingende Forderungen aufstellt, viele ihrer Anhänger_Innen fordern weit mehr. Diskutiert man mit ihnen, so wird bei vielen schnell klar, dass es ihnen nicht um eine Einschränkung des Zuzugs, ein Bremsen von Wirtschaftsflüchtlingen und das Beenden von Missbrauch geht. Viele fordern, die Grenzen für alle dicht zu machen, auch für Kriegsflüchtlinge. Argumentiert wird das mit Sätzen wie „es sind eh schon so viele da“ oder „unsere Großeltern sind ja auch nicht geflohen“. Sie fordern des Weiteren, dass alle Ausländer_Innen entweder Österreich verlassen, oder ihre Kultur aufgeben und sich vollständig assimilieren sollen. Wer genau aller da als Ausländer_Innen gemeint ist, ist meist unklar. In der Regel sind damit Migrant_Innen, Asylwerber_Innen, Flüchtlinge und alle gemeint, die anders aussehen oder anders sprechen. Fordern das alle PEGIDA-Anhänger_Innen? Nein, natürlich nicht. Aber viele. Und, liebe PEGIDA, ihr könnt das noch so beharrlich leugnen oder ignorieren, es ist einfach so. Redet mit euren Anhänger_Innen. Ihr seid nicht die unschuldigen Opfer, als die Ihr Euch selbst seht.

Mich macht es traurig und wütend, dass Menschen der Gruppe, die Angst um ihre Kinder und deren Zukunft haben, sich in Österreich nicht mehr anders zu helfen wissen, als sich Gruppen wie PEGIDA anzuschließen. Wie verzweifelt muss ich als Mutter oder Vater sein, dass ich nur mehr den Ausweg sehe, in einer Reihe mit solchen Ausländerfeinden zu stehen?

Das bringt mich zu Euch, liebe Regierung und liebe Grüne. Ihr seid es, die die Probleme vieler Menschen mitverursacht haben. Durch Eure Politik kam es in den letzten Jahrzehnten zu den Problemen in den Schulen, in vielen Vierteln großer Städte und in unserem Umgang mit Zuwanderern und Flüchtlingen. Durch Euer Wegschauen und Ignorieren werden viele Menschen zu ausländerfeindlichen Gruppen wie PEGIDA oder auch der FPÖ getrieben. Die sind nämlich die Einzigen, die ihnen zuhören und sie ernst nehmen. Sie bieten scheinbar Lösungen und tun so, als würden sie sich um die Menschen kümmern. Ihr jedoch lasst viele Menschen vor allem in großen Städten alleine. Sobald jemand ein Problem schildert und darin das Wort „Ausländer“ vorkommt, schaltet Ihr aus Angst davor, selbst als Ausländerfeindlich hingestellt zu werden, Eure Ohren ab und stellt die Menschen sofort als Ausländerfeindlich oder schlimmer hin. Aber das ist ein genauso unfaires Pauschalverurteilen, wie PEGIDA und die FPÖ das mit den Ausländern machen. Genauso wie nicht jeder Ausländer schlecht ist, ist es auch nicht jeder PEGIDA Anhänger.

Das müssen wir alle einsehen und endlich beginnen, die Probleme anzugehen. Beginnen wir gemeinsam Lösungen zu finden, die ein echtes Miteinander ermöglichen. Lösungen, die auf Nächstenliebe und Menschlichkeit basieren. Arbeiten wir gemeinsam an  einer Zukunft ohne Angst. Habe Mut!

  • Benjamin H.

    Mutige Worte Herr Madler! Ich dachte bisher die NEOS loben immer nur was von SPÖ,ÖVP und Grüne kommt. Immerhin zeigt ihr jetzt mal Kanten und nehmt zumindest die Sorgen der Bürger/Bürgerinnen ernst, bei welchen Anzeichen bereits erkennbar sind. Ich werde mir dank ihrer Meinung das Steuerprogramm der NEOS anschauen und entscheiden, ob es auch meinen Interessen entspricht oder nicht. Eine Stimme kann ich den NEOS nicht versprechen, aber sich das Programm anzuschauen, ist schon besser als gar nichts, da ich eure Positionen dann besser kenne und drüber reden kann.

  • NeoAstner

    Lieber Herr Madler,
    Mutige Worte, die endlich mal gesagt werden mussten. Als relativ neuer Astner möchte ich ihre Aussagen mal auf meine Ansicht der Lage in Asten herunterbrechen. Es ist ja nicht so dass nur gebürtige Astner in Asten leben, es ist ja hier ziemlich bunt, sei es nach Hautfarbe, Religion, oder Geburtsort gesehen. Mir fiel in der Zeit in der meine Familie und ich hier leben aber eines besonders auf, nämlich dass die meisten Einwohner nur mit sich selbst, Familienmitgliedern oder mit Angehörigen ihrer Volksgruppe, egal ob österreich-stämmig oder nicht, Kontakt pflegen. Es ist anscheinend das Schwierigste auf der Welt mal mit jemandem, der zwar in unmittelbarer Nähe lebt, ein Gespräch zu führen. Viele Bewohner von Asten jammern zwar das wir mittlerweile multikulturell sind und ärgern sich über Verhaltensweisen der anderen, aber alle haben Angst davor das Gespräch miteinander zu suchen. Nicht mal im eigenen Wohnblock / Siedlung bzw. dazwischen scheint dies möglich. Alle sind immer nur auf sich selbst fokussiert und nicht in der Lage einen Dialog zu suchen. Es könnte ja passieren, Gott bewahre, das man sich versteht, ähnliche Ansichten hat, oder sich das Gegenüber auch über meine Verhaltensweisen ärgert. Wenn man die Menschen irgendwie dazu bewegen könnte miteinander zu reden, gäbe es sicher um viele Probleme weniger und der Zulauf der Pauschalverurteiler würde nachlassen.

    • Thomas Madler

      Gerne können wir mal persönlich über ihre Erfahrungen sprechen. Wenn sie Lust dazu haben schreiben sie bitte einfach eine Mail an thomas.madler@neos.eu.

      Ich hab leider schön öfters gehört von Menschen die zugezogen sind dass es eher schwierig ist in Asten Anschluss zu finden.