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Meine Antworten auf immer wieder kommende Vorwürfe gegen die Flüchtlinge in den Zelten

Ich habe mal die häufigsten Vorwürfe an die Flüchtlinge zusammengeschrieben. Ich habe vieles davon einfach die Flüchtlinge selbst gefragt, mit den Sozialarbeitern vor Ort besprochen und so manches recherchiert. Ich kann jedem nur raten, bitte informiert euch selbst direkt und nicht nur aus den Posts der FPÖ und aus der Krone. Bildet euch selbst eine Meinung! Hier nun die Vorwürfe und Antworten: Linz_Flüchtlinge_Zeltstadt Da kommen nur junge Männer! Die lassen ihre Frauen und Kinder im Stich! 

Stell Dir vor, bei uns brechen Unruhen aus. Deine Familie kann sich genau ein Flugticket nach Amerika leisten. Wen schickst Du vor, um dort Arbeit zu finden und die Familie nachzuholen? Es geht oft der älteste Sohn, damit er Geld und Wohnung findet und dann möglichst schnell die Familie aus dem Krisengebiet nachholen kann.

Die Politiker wollen jeden aufnehmen und wir werden überrannt!

Asyl zu beantragen ist ein Menschenrecht. Es darf jeder beantragen. Nur ein Viertel bekommt tatsächlich Asyl. Die anderen müssen Österreich wieder verlassen. Je kürzer die Asylverfahren, desto schneller wissen die Asylwerber, woran sie sind. Sie können danach dann schneller entweder zu arbeiten beginnen oder das Land verlassen. Viele Asylwerber wollen auch gar nicht in Österreich bleiben, sondern weiter nach Deutschland, Dänemark, Schweden etc.

Die haben alle Smartphones, denen muss es also eh gut gegangen sein!

In vielen Krisenländern gibt es zwar die Technologie des 21. Jahrhunderts, aber keinen Frieden. Vielfach schicken Verwandte aus Europa Geld oder direkt Smartphones, um in Kontakt bleiben zu können. Zum Teil ging es den Leuten vor dem Krieg gut und sie haben die Smartphones noch aus dieser Zeit. Kontakt mit der Familie ist für die Flüchtlinge sehr wichtig.

Die haben alle saubere Kleidung, so schlecht kann es ihnen nicht gehen!

Die Kleidung haben sie von der Caritas bekommen. Sind alles Spenden. Also großteils gewaschene, gebrauchte Sachen. Die kaputten Sachen von der Flucht konnten sie ablegen. Was aber zu wenig da ist, ist Unterwäsche. Das spendet nämlich kaum jemand. Stell Dir vor, Du hast zwar brauchbare Hosen, Pullover etc. aber nur zwei Unterhosen für mehrere Wochen. Ist das wirklich Luxus?

Sie leben ja eh gut in Zelten, was beschweren sie sich!

In den Zelten liegt man auf engstem Raum mit 7 anderen und das über Wochen. Bei strömendem Regen, wo alles feucht wird und bei 35 Grad, ohne Ventilator oder andere Kühlung. Das ist vielleicht mal beim Campen im Urlaub mit der Familie für eine Woche schön, aber nicht mehrere Wochen mit Fremden.

Die randalieren und werfen mit Essen um sich!

Meistens ist es friedlich in den Lagern, manchmal aber verliert einer der Flüchtlinge die Nerven. Dann gibt es tatsächlich Konflikte. Das ist nicht ok, klar. Aber bitte auch sehen, dass diese Menschen wochenlang auf engstem Raum zusammenleben. Sie dürfen nichts arbeiten. Am schlimmsten ist die Ungewissheit, ob sie bleiben dürfen oder gehen müssen und ob es ihnen gelingen wird, ihre Familien tatsächlich aus der Krise rauszuholen.

Wir haben eh so viele Arbeitslose und die nehmen uns auch noch Arbeitsplätze weg!

Diese Angst ist für diejenigen, die schlecht ausgebildet sind und sich am Arbeitsmarkt generell schwer tun, leider berechtigt. Hier ist es extrem wichtig, dass die Politik endlich aufhört, unser Steuergeld zu verschwenden und das Geld einsetzt, um Unternehmen beim Schaffen von Arbeitsplätzen zu unterstützen. Ziel muss es sein, dass jeder, der in Österreich lebt, egal ob hier geboren ist oder nicht, eine gute Arbeit hat und niemand um seinen Job zittern muss! Auch Bildung schützt bis zu einem gewissen Grad vor Arbeitslosigkeit. Ist keine Garantie, aber bietet eine gewisse Sicherheit. Darum liebe Politik, bitte tut endlich was, um uns Arbeiter und die Unternehmen finanziell zu entlasten, das Schaffen zusätzlicher Arbeitsplätze zu fördern und die Bildung als Schutzschild vor Arbeitslosigkeit zu stärken!!!

Die kommen nur zum Sozialschmarotzen und als Sozialtouristen!

Alle mit denen ich geredet habe, kommen her um zu arbeiten. Sie verstehen auch nicht, warum sie nicht einfach für ihren Unterhalt arbeiten dürfen. Alle sagen, sie wollen zwei Dinge: Deutsch lernen und arbeiten. Je kürzer hier die Asylverfahren sind, desto schneller können sie zu arbeiten beginnen, sich selbst versorgen und ihre Familien aus dem Kriegsgebiet nachholen.

Wir haben kein Geld für unsere Alten und Armen und für die geben wir Millionen aus!

In Österreich zahlen wir extrem viele Steuern. Das Problem ist, dass die Politik das Geld verantwortungslos ausgibt und verschwendet. So wird alleine für Parteienförderung mehr ausgegeben, als der gesamte Asylbereich kostet. Natürlich fehlt dadurch dann Geld zum Fördern von Arbeitsplätzen und Entlasten der Menschen. Die Politik muss endlich anfangen, verantwortungsvoll mit unserem Geld umzugehen und Arbeitsplätze zu fördern. Jeder soll Arbeit haben und davon sich und seine Familie gut versorgen können. Das Geld nehmen uns nicht die Asylanten, sondern es versickert in unserem System. Wenn wir da besser werden und verantwortungsvoll mit unser aller Steuergeld umgehen, dann braucht sich auch niemand fürchten, dass ihm Asylwerber etwas wegnehmen.

Ich hoffe, ich konnte ein bisserl was klären oder zumindest zum Nachdenken anregen. Seine Meinung muss sich jeder selbst bilden.

Ich versuche halt immer, mich möglichst umfassend zu informieren und mir selbst ein Bild zu machen. In den Zelten, das sind alles nur Menschen wie Du und ich. Mit Hoffnungen, Sorgen, Bedürfnissen und vor allem viel Angst.

Helfen wir ihnen ein Stück weit!

  • Mike

    Dumme Aussagen! Die Vorurteile sind mehr als berechtigt….
    Und sicher wollen sie nach Deutschland dort gibt es noch mehr Sozialhilfe und sie können mehr und mehr ihren eigenen Staat aufbauen!
    Euch neos haben sie ins Gehirn geschissen!

  • Johannes

    @Mike: Wo sind die Vorurteile berechtigt? Welche der Aussagen sind bitte dumm? Ich finde es sehr interessant, dass sich der Großteil der FPÖ, ich geh mal stark davon aus du bist FP-Parteianhänger, sofort angegriffen fühlen wenn man mal einfach nur „scheiß“ FPÖ sagt, aber sobald man euch mit Argumenten kommt sind das alles natürlich nur dumme Aussagen, ihr könnt Sie zwar nicht wiederlegen aber egal. Darf ich raten, du kennst jemanden der jemanden kennt der total viele Schwierigkeiten mit einem „Ausländer“ hat. Der bekommt sicher irgendeine Förderung womit er sich die super weltklasse Wohnung leichter leisten kann als der ganz orginale Österreicher der totaaal hart arbeitet.

    Was für eine Förderung das ist weiß der Freund deines Freundes vermutlich nicht, aber der „Ausländer“ bekommt die sicher nur weil er „Ausländer“ ist. Das diese Person die hier als Ausländer bezeichnet wird ein Österreicher (sowohl vom Pass her als auch von seiner Einstellung her gesehen) ist der mehr Arbeiten geht als sein armer österreichischer Nachbar und aufgrund der kleineren Quadratmeteranzahl in die Wohnbauförderung fällt die auch der österreicher beantragen könnte wird in diesem Bespiel, welches mir vor kurzem von einem FP-Anhänger erzählt wurde, leider übersehen.

    Ich freue mich schon auf deine sachlichen Argumente gegen die hier völlig Richtig aufgelisteten Argumente der NEOS gegen alle falschen Vorurteile gegen Asylanten. Liebe NEOS ihr werdet immer wählbarer!

  • Flo

    „Sie ver­ste­hen auch nicht, warum sie nicht ein­fach für ihren Un­ter­halt ar­bei­ten dür­fen.“

    Das ist eine Sache, die ich auch nicht verstehe. Klar, viele sind traumatisiert, haben seelische Krisen zu überwinden sich in einem fremden Land zurechtzufinden. Eine ganz einfache und sehr intuitive Sache um überlastete Kantinenmitarbeiter und Hilfskräfte zu entlasten (eine der, traurig, aber wahr, meistgelesensten Zeitungen Österreichs berichtete) wäre doch die Flüchtlinge in den Lagern zu beschäftigen. Wie wäre es, würden sie sich ihr eigenes, vertrautes Essen zubereiten, Zustädigkeiten wie Hygiene in Bad oder Gemeinschaftsräumen oder Sauberkeit in den Zelten/Unterkünften, auf die nicht nur Österreicher Wert legen übernehmen, oder verbieten unsere Gesetze solche Vorschläge zu unterbreiten? Falls dem so ist, wäre das ein ziemliches Armutszeugnis für unsere Politik.

    Allen Kritikern möchte ich noch ein Gedankenexperiment mit auf den Weg geben:
    Man stelle sich vor man ist in einem fremden Land, man hat Schwierigkeiten jemanden zu verstehen, muss in einem Lager schlafen, mit hunderten Fremden. Man kommt aus einem Land, in dem Krieg herrscht, wo es normal ist, wenn Menschen getötet werden. Soweit, so gut. Lässt man die Traumatisierung und die ständige Angst um seine Familie jetzt erstmal außen vor, stellt sich einem immer noch die Frage: Was würdest du den ganzen Tag machen in einem fremden Land, in dem du dich nur schwer verständlich machen kannst, wo du nicht weißt wo du hingehen kannst um endlich einmal ein bisschen Privatsphäre zu haben, wo du nicht arbeiten darfst, keine Aufgabe hast und dich womöglich nutzlos fühlst, oder einen Tag an dem es über 30°C hat zu verbringen?