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„Droht“ Lambach ein Flüchtlingsheim?

20.08.2015 Johann Fuchs

Die FPÖ Lambach befürchtet, dass im ehemaligen Gasthof Harrer Asylwerber untergebracht werden. Befürchtet deshalb, weil diese „nicht aus unserem christlichen Kulturkreis“ kommen, sondern „Afghanen, Somalier oder Iraker …(sind, die)… mit unseren Wertvorstellungen und Gepflogenheiten nichts anfangen können und sogar verlangen, dass wir uns nach ihnen richten sollen.“ (Zitat: FPÖ Dialog vom August 2015).

Lambach_GasthofHarrer

Vergessen wir kurz diesen volksverhetzenden Populismus und betrachten die Angelegenheit sachlich und nüchtern: Der Gasthof Harrer steht seit Jahren leer und trägt nicht zum schönen Ortsbild Lambachs bei. Auch die Fassadenaktion der Gemeinde im Zuge der Landesausstellung 2016 wird an ihm spurlos vorübergehen. Eine Nutzung der Räumlichkeiten wäre daher jedenfalls wünschenswert. Die Lage mitten im Zentrum würde bei der Integration ins Gesellschaftsleben von Flüchtlingen helfen.

Laut Statistik Austria lebten 2014 in Lambach 654 Menschen, die nicht in Österreich geboren wurden! Auch von diesen kam eine beträchtliche Zahl aus Ländern, die „keinem christlichen Kulturkreis entstammen“. Trotzdem feiern wir immer noch unsere Kirchenfeste, spielt die Marktmusikkapelle dieselben Musikstücke und gibt es den Trachtenverein usw. Kein Österreicher hat sich nach den Zuwanderern richten müssen und von denen hat dies, soweit ich weiß, auch keiner verlangt. Deshalb werden unsere Wertvorstellungen und Gepflogenheiten auch dann nicht untergehen, wenn wir noch einmal ein paar Dutzend Flüchtlinge aus Krisengebieten aufnehmen.

Es „droht“ also kein Flüchtlingsheim, sondern es bietet sich die Möglichkeit, unsere christlichen Werte der Nächstenliebe zu leben und unseren Nächsten ein Dach über dem Kopf, eine warme Mahlzeit und etwas Zuwendung zu geben. Für NEOS sind alle Menschen, die in unserem schönen Ort wohnen, egal ob hier geboren, von nah oder fern zugezogen, oder nur vorübergehend bei uns, Lambacher.