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Die Kirche und das Schlagen von Kindern

Wie habe ich mich anfangs gefreut. Der Präsident der Katholischen Aktion Oberösterreich, Bert Brandstetter, kritisiert den Papst wegen dessen legerer Position zur Gewaltanwendung gegen Kinder. „Ach, lieber Papst, das hättest du dir lieber sparen sollen“, schreibt er. Im ersten Absatz seines offiziellen Blogs.

Im zweiten Absatz outet sich der fromme Papst-Kritiker dann jedoch selbst als Kinderschläger „Selbst mir […] ist die Hand ausgerutscht. Bei jedem unserer Buben […] Jedes Mal erklärbar und irgendwie verständlich. […] Vielleicht hat es sogar genutzt: erstens mir, dem „Schläger“, weil sich meine Wut abgekühlt hat, zweitens aber ihm, dem Sohn, weil er ohne lange Worte klar und deutlich erlebt hat, dass hier eine Grenze überschritten ist.“

Und das alles ganz offiziell. In seinem Blog als Präsident der katholischen Aktion. Und kein Aufschrei aus den eigenen Reihen. Kein gar nichts.

Als Vater von zwei kleinen Töchtern, macht mir diese Geisteshaltung Angst. Ich verstehe zwar, dass einem diese „lieben“ Kleinen schon mal bis zur Weißglut reizen können. Aber deshalb Gewalt anwenden? Zuschlagen? Diese Demütigung von Schutzbefohlenen auch noch als nützlich verstehen?

Da hört bei mir jegliches Verständnis auf. Wer hier schweigt macht sich mitschuldig. Und ich will dazu nicht schweigen. „Alle Kinder haben das Recht ohne Gewalt aufzuwachsen!“

Natürlich könnte ich jetzt Studien zitieren, die erklären was Gewalt bei Kindern alles anrichtet. Ich müsste Gegenstimmen lauschen welche darstellen, dass die „g‘sunde Watschn“ ihnen schließlich auch nicht geschadet hätte. Und schon wäre eine schöne Debatte im Gange über gute und schlechte Gewalt. Aber genau das will ich nicht mehr. Es geht darum Haltung zu zeigen. Entweder ist man gegen Gewalt an Kindern oder eben doch dafür.

Es liegt an uns, ob die Kinder morgen immer noch „erklärbar“ verprügelt werden. Wir müssen bloß aufhören zu schweigen.