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Der Fall Rossstall in Lambach

16.08.2015 Johann Fuchs

In Lambach gibt es viele schöne Veranstaltungsorte für Konzerte, Vorträge, Theateraufführungen oder sonstige kulturelle Veranstaltungen. Zu nennen sind beispielsweise das Barocktheater und die Aula im Stift Lambach, das ProDiagonal von Peter Deinhammer, der Saal der Musikschule Lambach oder natürlich der bestehende Saal im Rossstall. Die Organisation der Nutzung dieser Räumlichkeiten durch das Abhalten entsprechender Veranstaltungen obliegt Privatpersonen oder Kulturvereinen, die dafür Miete zu bezahlen haben (Gruppe O2 für den Rossstall) oder deren Eigentümer sind (Familie Deinhammer im ProDiagonal). All diese Veranstaltungsorte liegen im Umkreis von nur wenigen hundert Metern.

Da ist es „natürlich naheliegend“, dass die Gemeinde Lambach nun einen weiteren Veranstaltungssaal in ähnlicher Größe errichtet. Kostenpunkt – samt Sanierung des bestehenden Rossstalls und Errichtung einer Bürgerservicestelle im Gemeindeamt – über 3 Millionen Euro! Frau Bürgermeister Oberndorfer betont, dass davon ca. zwei Drittel vom Land Oberösterreich im Rahmen der Landesausstellung 2016 gesponsert werden. Dass dies natürlich ebenfalls Steuergelder sind, wird scheinbar vergessen. Und dass damit immer noch über 1 Million Euro von Lambach und seinen Bürger_innen zu stemmen sind, wird nicht thematisiert. Der Saal soll für Sitzungen, Trauungen, Vorträge und Lesungen verwendet werden, so Christine Oberndorfer. Um welche Sitzungen es sich dabei handeln, wer diese Vorträge und Lesungen organisieren und abhalten, und für welche Trauungen ein Saal für 120 Personen gebraucht werden soll, verschweigt die Bürgermeisterin allerdings. Zudem werden „richtige Veranstaltungen“ im neuen Saal kaum durchgeführt werden können, weil es an der entsprechenden Licht- noch Tontechnik mangelt, denn diese wurde bei der Planung nicht vorgesehen.

NEOS Lambach lehnt Investitionen in dieser Größenordnung OHNE durchgängiges, nachhaltiges Nutzungskonzept und OHNE vorherige, eingehende Bedarfsanalyse entschieden ab! Außerdem besteht Lambach nicht nur aus dem Marktplatz, dem die Bürgermeisterin damit unbedingt mehr Leben einhauchen möchte, sondern aus dem gesamten Gemeindegebiet und darüber hinaus! Interessanter Weise wird nämlich derzeit in Edt ein ähnlicher Veranstaltungssaal errichtet. Die ursprüngliche Idee, ein für Edt, Lambach und Stadl-Paura gemeinsames Veranstaltungszentrum mit 300 bis 400 Sitzplätzen und entsprechender Infrastruktur und Technik zu errichten, scheiterte leider, weil sich angeblich die Bürgermeister auf keinen gemeinsamen Standort einigen konnten. NEOS Lambach tritt vehement dafür ein, Großinvestitionen in Absprache mit den umliegenden Gemeinden anzugehen, um unser aller Steuergeld vernünftig und zielgerichtet einsetzen zu können. Dabei müssen dann vielleicht (Gemeinde-)Egoismen in den Hintergrund treten, um den Gesamtnutzen für die Bürger_innen zu maximieren, die Kosten der Errichtung und des Betriebes zu minimieren und gleichzeitig tunlichst großen und nachhaltigen Nutzen für möglichst viele Menschen in Lambach und den Umkreisgemeinden zu stiften. Unser Lebensraum endet nicht an der Gemeindegrenze! Wir NEOS wollen mehr Basisdemokratie, in der die Bürger über solche Großinvestitionen direkt mitentscheiden. Es braucht was NEOS in Lambach!