Schutzkonzepte gefordert:

Parlamentarische Anfrage deckt schwere Mängel beim COVID-Schutz in Oö. Alten- und Pflegeheimen auf

19. November 2020

In Oberösterreichs Alten- und Pflegeheimen streben jetzt mehr Menschen denn je mit Corona. 82% aller COVID-Toten seit Beginn der Pandemie verstarben im letzten Monat. Offensichtlich greifen Schutzkonzepte nicht. NEOS-Landessprecher Eypeltauer sieht dramatisches Versagen der Landesregierung. 

Dramatischer Anstieg bei COVID-Toten in Alten- und Pflegeheimen im letzten Monat

NEOS OÖ Landessprecher Eypeltauer: "Wo sind die Sicherheitskonzepte für besonders vulnerable Gruppen in OÖ?"

82% aller in OÖ Pflege/Altenheimen an oder mit COVID19 verstorbenen sind im Zeitraum 1. Oktober – 12. November 2020 - im letzten Monat -  verstorben. Das zeigt die Beantwortung einer Budgetanfrage der NEOS im Nationalrat. Offensichtlich greifen Sicherheitsvorkehrungen nicht bzw. sind unzureichend. 
Nur in Niederösterreich (91%) und dem Burgenland (100%, 15 Personen) sind es mehr.

„Die Zahlen zu Pflegeheimverstorbenen, vor allem im letzten Monat, weisen auf das Versagen einiger Länder hin, diese Menschen besonders zu schützen“, sagt NEOS OÖ Landessprecher und Nationalratsabgeordneter Felix Eypeltauer und setzt fort: „Wir bräuchten längst professionelle Schutzkonzepten für Alten- und Pflegeheime. Hier muss die träge Oö Landesregierung von den krisenfitten Privaten lernen“.

Private kämpfen in der Krise um ihre Existenz. Sie können es sich nicht leisten, ihre Mitarbeiter nicht zu testen. So setzen in Oberösterreich viele Privat- und Ordensspitäler, aber beispielsweise auch Fußballvereine, jetzt schon massiv auf Schnelltests, um ihren Betrieb aufrecht erhalten zu können. Währenddessen erklärte der Landeshauptmann und oberste Krisenmanager im Puls4-Interview, Schnelltests seine wertlos (HIER gehts zum interview).

Dass der Landeshauptmann Schnelltets ausschließt, ist absoluter Wahnsinn und deutet darauf hin, dass des keine durchdachten Sicherheitskonzepte gibt. Die Schnelltests werden von Experten als "Gamechanger" in der Corona-Pandemie bezeichnet, mit denen viele Erkrankungen und Todesfälle verhindert werden können. Wir können es uns nicht leisten, nur auf PCR-Tests zu setzen, wo die Testergebnisse erst nach Tagen feststehen“, so Eypeltauer. Der Schutz vulnerabler Gruppen würde auch bedeuten, Menschen über 70 gratis FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen. Gerade Pensionist_innen mit niedrigem Einkommen seien durch die hohen Preise übermäßig belastet oder würden sogar davon abgehalten, sich diese wichtigen Schutzmasken zu kaufen, so Eypeltauer. 

Gäbe es für Pflegeheime und Landesspitäler eine robuste, landesweite Sicherheits- und Testsstrategie, hieße das, gerade auch auf Schnelltests zu setzen und so besonders vulnerable Gruppen, aber auch das Personal, bei aufrechtem Betriebe besser zu schützen.
LH Stelzer und Pflegelandesrätin Gerstorfer müssen endlich aufhören, die Schuld auf den Bund abzuwälzen und müssen mit modernen Krisenmanagement beginnen. Es braucht schleunigst Schutzkonzepte und Schnelltests in den Pflegeheimen, sonst werden noch mehr Menschen unnötig an Covid-19 versterben“, fordert der NEOS Landessprecher.

Zahlen und Fakten zum Hintergrund
 

  • In der Corona-Pandemie sind bisher ca. 1800 Menschen an Corona verstorben.
  • 1150 Corona-Verstorbene davon waren über 75 Jahre, wobei607 Corona-Todesfälle auf Pflegeheime zurückzuführen sind. Gerade in Alten- und Pflegeheimen hätte man durchSchutzmaßnahmenviele Sterbefälle verhindern können. Hier haben aber leider viele Landeshauptleute überhaupt nichts getan – Pflegeheime sind Länderkompetenz.
  • So sind von insgesamt von 607 Corona-Todesfällen in Pflegeheime 323 (53% !!) Corona-Todesfälle erst im letzten Monat zu verzeichnen (1.10. bis 12.11). Obwohl die Länder vorbereite hätten sein müssen.
  • Im Burgenland (LH Doskozil/SPÖ), NÖ (LH Mikl-Leitner/ÖVP), OÖ (LH Stelzer/ÖVP) liegen die Quoten der Pflegeheim-Corona-Verstorbenen jenseits von Gut und Böse. Im Burgenland sind 15 von 15 Pflegeheim-Corona-Todesfälle auf das letzte Monat zurückzuführen. In OÖ 62 von 76 (82%). In NÖ 81 von 89 (91%).