Lehrlingsbilanz: Unternehmen und Berufsfelder in den Unterricht bringen

12. Januar 2022
Felix Eypeltauer

Felix Eypeltauer: "Wir müssen die Lehrbetriebe in die Schulen bringen, um die Schüler_innen in die Lehrbetriebe zu bringen."

"Es ist wichtig, dass der vor allem in Oberösterreich zunehmende Fachkräftemangel auch in der aktuellen Lehrlingsbilanz hervorgehoben wird. Wir können dem Fach- und Arbeitskräftemangel nur entgegentreten, wenn wir die Unternehmen und Berufsfelder endlich auch wirklich in den Unterricht einbinden. Das funktioniert nur wenn wir auf verstärkten Berufsorientierungsunterricht, schon ab der 6. Schulstufe, berufspraxisorientierten Unterricht und ein Überdenken des ewigalten Fächerkanons setzen. Jugendliche werden dann optimal auf die Lehrberufe in der eigenen Region vorbereitet, wenn sie schon in der Volksschule, Mittelschule oder AHS lernen, wie sie ihre Stärken auch praktisch umsetzen können. Gerade nach den letzten beiden Jahren müssen wir unseren Jugendlichen Perspektiven zeigen und regionale Stärken unseres Landes auch in den Unterricht einweben", sagt der NEOS-Klubobmann im Landtag, Felix Eypeltauer, nach der Präsentation der Lehrlingsbilanz der WKOÖ. "

"Viele Schüler_innen sagen mir, dass sie sich nach der Schule nicht aufs reale Leben vorbereitet fühlen. Sie wünschen sich, dass sie schon in Schulen eine Ahnung davon bekommen, wie sie ihr Wissen die Berufspraxis in unseren Beterieben nutzen können." Er nennt ein konkretes Beispiel: "Wenn es in einer Region wie dem Kremstal besonders viele Werkzeugbaubetriebe gibt, sollten die Schulen hier auch verstärkt autonom 3D-Planung und -druck in den Informatikunterricht einbinden können und hier auch unterstützt werden. Die Absolvent_innen können nur so zukunftsfit sein, wie ihre Schulen." NEOS wünschen sich ein Oberösterreich in dem Wirtschaft und Schule vernetzter gedacht wird und jede und jeder mit den selben Chancen ins Berufsleben startet. NEOS fordern zudem seit ihrer Gründung eine Mittlere Reife, die vor allem das Problem der fehlenden Qualifikation von Lehrlingsanwärtern verbessern soll, so Eypeltauer: "Wer schon mit Problemen bei Lesen, Schreiben oder Rechnen aus der Schule kommt hat es am Lehrstellenmarkt unnötig schwer. Die mittlere Reife nach neun Schuljahren soll jungen Menschen auch das Werkzeug für eine erfolgreiche Lehre mitgeben und verhindern, dass sie schon in jungen Jahren in der Arbeitslosigkeit und Perspektivenlosigkeit festhängen."